Persönliche Geschenke mit Funktion: Nachtlicht, Deko & Discolicht

Individuelle Namensschilder mit leuchtenden LED-Buchstaben sind nicht nur ein originelles Geschenk, sondern auch ein spannendes Maker-Projekt mit Lerneffekt. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du mit einem 3D-Drucker, etwas CAD-Know-how und einem LED-Stripe deine eigene Namenslampe herstellst – als Nachtlicht, Kinderzimmerdeko oder leuchtendes Statement für die Werkstatt.

Projektüberblick

1. Buchstabenmodelle herunterladen und vorbereiten

Ich verwende für dieses Projekt die LED-Buchstaben-Vorlagen von Printables.

Jeder Buchstabe besteht aus zwei Komponenten:

  • Inside-Modell: Die Basis, in Wunschfarbe gedruckt, dort wird später der LED-Stripe befestigt
  • Outside-Modell: Deckel aus weißem oder lichtstreuendem Material (Diffusor)

Tipp: Nutze für den Deckel einfach weißes PLA. Spezialfilamente sind zwar möglich, aber in der Praxis kaum notwendig. Das Signal der IR-Fernbedienung kann wegen der geringen Schichthöhe auch problemlos weißes Filament passieren.

2. Namensschriftzug in Fusion 360 zusammensetzen

Die Buchstaben müssen in Fusion 360 korrekt aneinander gesetzt werden. Dabei gilt:

Überlappung & Glatte Schnittkanten

  • Jeder Buchstabe muss den nächsten leicht überlappen (1–2 mm), damit man sie stabil verbinden kann.
  • Mit „Combine – Cut“ schneidest du den rechten Buchstaben aus dem linken heraus → ergibt eine glatte Klebefläche.
  • Die Buchstaben müssen unten auf eine gemeinsame Linie ausgerichtet werden damit das Namensschild stehen kann.

Mein Hinweis aus Erfahrung: Besonders bei runden Buchstaben (z. B. O, D, C) ist präzises Positionieren entscheidend, sonst passen Deckel oder LED-Führung später nicht sauber.

Kabelkanäle modellieren

Da Fusion 360 nur STL-Dateien mit STL-Dateien schneiden kann, habe ich einen Quader in Tinkercad erstellt und diesen in Fusion importiert:

  • Platziere den Quader exakt in der Überlappung zweier Buchstaben → ergibt den Kanal für das LED-Band.
  • Wiederhole das für jede Verbindung.
  • Achte darauf, dass der Kanal groß genug ist, LED-Stripes sind etwa 10 mm breit.

Zusätzlich:

  • Eine Einlassöffnung für das Stromkabel am Anfangs- oder Endbuchstaben
  • Zwei Bohrungen zur Wandbefestigung (ebenfalls in Tinkercad erzeugte, runde STL-Meshes)

3. Druck der Buchstaben

Druckparameter:

  • Inside (Basis): farbiges PLA, 0.2 mm Schichthöhe, mindestens 15 % Infill
  • Outside (Deckel): weißes PLA, 0.2 mm, möglichst gute Oberschichtqualität

Hinweis: Bei längeren Namen kann ein einzelner Drucktag notwendig sein – rechne mit ca. 1,5–2 h pro Buchstabe.

4. Montage: Kleben, Justieren, LED-Band verlegen

Kleben der Buchstabenbasis

  • Die zuvor erstellten Klebeflächen (Überlappungen) mit Plastikkleber bestreichen und exakt ausrichten
  • Die Kabelkanäle können dabei als Ausrichtungshilfe dienen, dies ist besonders bei unsauberen Schnittkanten und runden Buchstaben wichtig.

Empfehlung: UHU Hartkunststoff-Kleber hat sich bei mir sehr bewährt, der ist selbst nach Jahren bombenfest.

LED-Streifen einziehen

Dies war für mich die größte Herausforderung an diesem Projekt:

  • Der LED-Stripe muss durch alle Buchstaben gezogen werden (Geduldsspiel)
  • Der normalerweise an den LED-Stripes befindliche Selbstklebestreifen hält überhaupt nicht auf PLA.
  • Den IR-Empfänger habe ich ebenfalls in der Lampe selbst platziert. Das Signal geht auch durch das weiße Filament. So ist der Empfänger unsichtbar und es schaut nur ein Kabel aus der Lampe heraus.

Was für die Montage des LED-Stripes NICHT funktioniert hat:

  • Heißkleber → zu dick, zu instabil, der LED-Stripe schmilzt
  • Plastikkleber → greift LED-Silikon an, hält nicht gut

Was funktioniert hat:

Achtung: Ein 5 m LED-Stripe reicht für die meisten Namen – aber bei sehr langen Namen kann es tatsächlich knapp werden!

Deckel verkleben

  • Den weißen Diffusor nur punktuell mit Plastikkleber fixieren
  • Warum? So kann man ihn später mit einem Messer wieder ablösen, falls man an das Innenleben muss (z. B. LED-Stripe löst sich, Wandaufhängung)

Ergebnis & persönliche Erfahrung

Ich habe bisher drei solcher Lampen gebaut, alle als Geschenke. Das Projekt ist definitiv aufwendig, aber das Ergebnis ist persönlich, funktional und macht Eindruck. Ob als Nachtlicht fürs Kinderzimmer oder als Deko über der Werkbank die Leuchte ist ein echter Hingucker.

Ressourcen & Materialien

Fazit

Die LED-Namenslampe ist ein ideales DIY-Projekt mit viel Lernpotenzial besonders, wenn man CAD, 3D-Druck und einfache Elektronik verbinden möchte. Mit etwas Geduld und Präzision entsteht ein individuelles Geschenk mit Wow-Effekt. Perfekt auch als Einsteigerprojekt, um Kinder spielerisch an Technik heranzuführen.


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