Fitness & Ernährung

Vegetarier vs Fleischesser vs Veganer

vegetarier vs fleischesser

Vegane und Vegetarische Lebensweise – eine echte Alternative?

Mehr denn je sind vegane und vegetarische Ernährung valide Alternativen zur omnivoren Ernährung. Beide Ernährungsformen sind sozial akzeptiert (auch wenn so mancher überzeugte Fleischfresser dagegen anwettert), sowie organisatorisch machbar. Nach wie vor dominiert jedoch die omnivorne (also auch carnivore) Ernährung den Veganismus und Vegetarismus. In diesem Artikel „Vegetarier vs Fleischesser vs Veganer“, dessen Titel auch aufgrund der Keywords so gewählt ist (hier mehr dazu), möchte ich auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Ernährungsform eingehen. Ich möchte vor allem folgende Themen beleuchten: Energielevel, also Wachheit, Konzentrationsfähigkeit, Kreativität; Sexualität, also Libido, Erektionsqualität, etc.; Gesundheit, also Krankheitsvorkommen, und andere gesundheitliche Statistiken. Zuletzt möchte ich auch darauf eingehen, wie alltagstauglich die einzelnen Ernährungsformen heutzutage sind, und wie man im sozialen Umfeld damit umgehen kann. Als Quellen dienen dabei wissenschaftliche Daten, Erfahrungsberichte anderer, sowie meine eigenen Erfahrungen mit dem Thema. Die Wissenschaft ist ja wie bereits Kant bemerkte die neue Religion, und ich möchte dem entgegen einen guten Mix aus menschlichem Erfahrungsschatz und Studien ins Feld führen. Da ich das ganze aus der männlichen Perspektive sehe, wird dieser Artikel auch vorherrschend aus einer solchen entstehen, also Sorry Ladies, aber ich denke, es ist trotzdem sehr interessant. Am Ende könnt ihr euch vielleicht etwas informierter selbst die Frage beantworten wer den Ernährungskampf Vegetarier vs Fleischesser vs Veganer gewinnt.

vegetarier vs fleischesser
Mit bunten Salaten lässt sich die vegane und vegetarische Ernährung aufpeppen.

 

Energielevel – Wachheit und Konzentrationsfähigkeit

Hier kann ich vielleicht erstmal auf meine eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Ein sehr auffälliges Merkmal meiner etwa viermonatigen Phase als Veganer war die fehlende Müdigkeit am Nachmittag. Ich konnte gar nicht aufhören es gegenüber Familienmitgliedern zu erwähnen, wie wenig müde ich war. Das steht im krassen Gegensatz zu meiner jetzigen carnivoren Ernährung. Nach einem fleischreichen Mittagessen bin ich zwischen 13:30 Uhr und 15:30 Uhr wirklich todmüde. Zuhause ist ein Mittagsschlaf möglich, aber zu normalen Geschäftszeiten nicht und die carnivore Ernährung ist dann einfach nur produktivitätsschädigend und schlecht für die Lebensqualität. Kaffee hilft da auch nur bedingt und ist am Nachmittag aufgrund der langen Halbwertszeit sowieso auf Dauer nur bedingt zu empfehlen (auch wer einschlafen kann erfährt einen leicht gestörten Schlaf). Fleisch ist schwer verdaulich, und das ist wissenschaftlich kaum umstritten. Müdigkeit wird auch durch schwer verdauliches Essen erzeugt, wie man beispielsweise bei Hülsenfrüchten oft argumentiert. Dies könnte also bei Fleisch ein Grund sein, warum die Müdigkeit so verstärkt auftritt. Die andere Art und Weise, auf die Fleisch müde macht ist möglicherweise der Proteinreichtum. Eine eiweißhaltige Ernährung wie sie bei Fleischessern vorkommt beansprucht die Nieren verstärkt, da hier das Protein verarbeitet wird, was müde machen kann.

Wer weniger müde ist, ist generell fähiger sich zu konzentrieren, was für eine vegane und vegetarische Ernährung spricht. Dafür spricht auch die bessere Versorgung an vitalen Nährstoffen, wie Vitaminen und Mineralstoffen, die bis auf wenige Ausnahmen in einer veganen/vegetarischen Ernährung vermehrt vorkommen. Um einige zu thematisieren: während im Bereich der Vitamine generell eine vegane oder vegetarische Ernährung im Vorteil ist, haben Fleischesser bei Vitamin B12 im speziellen und bspw. dem Mineralstoff Zink scheinbar die Nase vorn. Veganer die hier ein Defizit aufweisen sollten über eine Supplementierung nachdenken. Vegetarier die Milchprodukte in ihrer Ernährung beinhalten sollten darauf achten, nicht zu niedrige Eisenwerte zu haben, da Milchprodukte die Eisenaufnahme stark behindern. Interessanterweise haben Veganer oft sogar höhere Eisenlevel, da hier die Milchprodukte fehlen, und einige Pflanzen wie Spinat sehr viel Eisen beinhalten.

Wie sieht also meine Einschätzung vegane Ernährung vs normale Ernährung vs vegetarische Ernährung aus? In Punkto Energielevel gebe ich Veganer Ernährung eine 10, Vegetarismus eine 8 und carnivorer Ernährung eine 6. (Man bedenke ich bin selbst Fleischesser, aber ich versuche hier auf meinen Erfahrungs- und Wissensschatz wahrheitsgemäß zurückzugreifen.)

Sexualität – Libido, Erektionsqualität bei Veganern, Vegetariern und Fleischessern

Hier möchte ich zuallererst an den Feststellungen des vorherigen Kapitels anschließen – wer weniger Müde ist, hat mehr Lust auf Aktivität und ist damit generell offener gegenüber sexueller Aktivität. Davon sollte auch die Libido profitieren. Punkt 1. Allerdings stehen dem gegenüber andere Faktoren. Fleisch trägt zu einem erhöhten Cholesterinspiegel bei, was zu einem höheren Testosteronspiegel führen kann (unter Umständen, da Cholesterin im Stoffwechselprozess in Testosteron umgewandelt werden kann), jedoch genauso zu Übergewicht, was der Libido wieder abträglich wäre. Fleisch enthält außerdem Protein und Kreatin, beides Stoffe die ausschlaggebend für Testosteronlevel und Energiereserven sind. Fleischesser sind aber statistisch generell öfter übergewichtig und Übergewicht steht in Zusammenhang mit verringerter Libido, da Übergewicht dem Testosteronspiegel schadet.

Wichtig für guten Sex ist natürlich eine harte Erektion, welche durch ordentlich Blutzufluss in den Penis erreicht wird. Dieser Blutfluss ist davon abhängig wie gesund die Gefäße des Mannes sind. Wer schonmal etwas von der China Study gehört hat, der wird wissen an welche Ernährungsform der Punkt in dieser Disziplin geht. Denn tierisches Protein, allem voran rotes Fleisch, wird dafür verantwortlich gemacht die Gefäße zu verstopfen, was mittlerweile kaum mehr umstritten. Auch Vegetarier ziehen hier den Kürzeren, da dies genauso für Milchprodukte, Eier und leider auch Fisch gilt. Aus der Perspektive von Gefäßgesundheit gewinnt der Veganer mit vollen 10, der Vegetarier mit 8 und der Fleischesser verliert abgeschlagen mit 4. Libido dürfte sich nach Betrachtung der Einflussfaktoren bei den Ernährungsformen die Waage halten. Prozentual gesehen berichten Veganer jedoch häufiger von einem erfüllten Sexleben.

 

Gesundheit – Ist vegetarisch leben gesund?

In punkto Gesundheit gibt es Studien die Fleischesser bevorteilen und welche, die Veganer oder Vegetarier bevorteilen. In meinen Augen setzen sich vermehrt Studien durch, die die Gefahr von Fleisch betonen. Eine Studie der Universität Harvard analysierte etwa 1600 vorangegangene Studien, um herauszufinden welche Ernährungsform in Sachen Gesundheit vorteilhafter ist. So zitiert etwa das „Zentrum der Gesundheit“ die Studie und schreibt: „Die Forscher fanden heraus, dass der Verzehr von etwa 56 Gramm verarbeitetem Fleisch am Tag das Risiko für Diabetes um 19 Prozent und das Risiko für Herzkrankheiten um 42 Prozent erhöht.“ (ZdG, siehe unten). Interessanterweise betraf dies Verzehr von unverarbeitetem roten Fleisch nicht.

Im Bezug auf Diabetes stellten die Forscher der renommierten Unversität in einer separaten Studie fest, dass „nicht nur verarbeitete Fleischprodukte (Wurst, Würstchen, Schinken etc,), sondern auch unverarbeitetes rotes Fleisch wie z. B. Steak, Schnitzel, etc. zu einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Diabetes Typ 2 führen kann“ (ZdG, siehe unten).

Krankheitsprävalenz ist bei Veganismus und Vegetarismus niedriger, vor allem auch bezüglich Artheriosklerose und folglich, Herzkrankheiten. Die FAZ schriebt bereits 2013 im Bezug auf eine Studie: „Je öfter die Teilnehmer Fleisch konsumierten, desto mehr TMAO [ein Abbauprodukt der Aminosäure L-Carnithin die im Fleisch in großen Mengen vorhanden ist] befand sich in ihrem Blut. Und je höher die Blutwerte dieses L-Carnitin-Abbauprodukts waren, desto eher erlitten sie arteriosklerotisch bedingte Krankheiten“ (FAZ, siehe unten). Das wiederum behindert den Blutfluss zu wichtigen Organen wie dem Herz und den Sexualorganen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen dass vor allem verarbeitetes Fleisch nicht gesund ist. In vielen Studien wird jedoch auch der allgemeine Fleischkonsum als Risikoquelle gesehen. Am besten kommen hier noch die nicht-roten Fleischsorten wie Geflügel davon. Damit vegetarische und vegane Ernährung gesund sein können, muss allerdings darauf geachtet werden, Mangelzustände zu vermeiden. Dies lässt sich durch die Supplementierung von Zink und Vitamin B12 erreichen.

Bewertung daher: Veganismus 10, Vegetarismus 8, Fleischesser 6.

 

Alltagstauglich & Spaßfaktor der Ernährungsformen

Wie bereits angemerkt ist Vegetarismus und Veganismus kein abstruses Randphänomen mehr. Auch wenn die soziale Akzeptanz gestiegen ist, einen gesunden und abwechslungsreichen veganen Ernährungsplan zu haben, gestaltet sich in meinen Augen schwierig. Es fehlt ein bisschen die Möglichkeit zur Variation. Wer sich ursprünglich „normal“ ernährt hat, der wird hier mit der Herausforderung zu kämpfen haben, sich eine befriedigende Esskultur aufzubauen. Der Vegetarier hat es einfacher, er muss nicht zwangsweise auf Milch, Käse, Eier etc. verzichten. Das bietet mehr Möglichkeiten zur Variation. Letztendlich hängt dies jedoch auch von der persönlichen Überzeugung ab – reicht mir auch mal eine Schüssel mit fluffigem Reis, einem Pesto, Bohnen für Proteine und Karotten für Ballaststoffe und Vitamine? Fürs Gewissen und die Gesundheit sicher sehr gut, aber wer das auf Dauer durchhalten will braucht schon ein wenig Disziplin. Auch in Restaurants ist die Auswahl häufig noch eingeschränkt, die Zahl der vegetarischen oder gar veganen Gerichte vernichtend gering. So fühlt sich dieser Lebensstil oft als Einschränkung der Lebensqualität an, obwohl er ja eigentlich das Gegenteil sein sollte. Der Spaßfaktor ist niedriger, und man muss schon ein wenig idealistisch sein um sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Wer auf den Geschmack einer Schweinelende in Jägersoße verzichten kann, der wird mir mehr Energie und einem gesünderen Körper belohnt. Und fürs moralische Gewissen und das Umweltbewusstsein auch ein dickes Plus.

Fleischesser 10, Vegetarismus 8, Vegan 4.

 

Welches ist die natürliche Ernährungsform für Menschen?

Hier kann man sich an einigen Eigenschaften anderer Spezies orientieren. Wenn man das menschliche Gebiss betrachtet, dann fällt im Vergleich auf, dass es weniger dem Gebiss von Fleischfressern wie Wölfen oder Großkatzen ähnelt, sondern vielmehr dem Gebiss pflanzenfressender Menschenaffen. Wir haben keine langen Fang- oder Reißzähne sondern eher Zahnformen die zum Zermahlen von Pflanzen geeignet sind.

Auch der Säurelevel im Speichel gibt darüber Aufschluss, was eher natürlich für den Mensch ist. Während der des Menschen eher basisch ist, haben viele Fleischfresser einen sauren Speichel, um die proteinreiche Fleischnahrung schnell zu verarbeiten. Auch die menschliche Darmlänge ist eher der von Pflanzenfressern ähnlich.

Wenn man in der Zeit zurückgeht und auf die primitiven Ursprünge unserer Spezies zurückblickt, kann man auch einige Rückschlüsse ziehen. Zwar waren unsere Vorfahren Jäger und Sammler, aber ihre Jagdmethoden waren nicht so weit entwickelt, dass sie einfach mal einen Eber schießen konnten. Mit steinzeitlichen Speeren bewaffnet war es viel schwieriger eine Wildsau oder ein flinkes Reh zu erlegen. Dementsprechend kann man davon ausgehen, dass der Fleischkonsum zwar vorhanden war, aber den Werkzeugen und Fähigkeiten entsprechend selten, im Vergleich zu Pflanzen, Nüssen, Pilzen und anderen Nahrungsquellen die nicht so flink davonliefen.

 

Fazit

Um es kurz zu machen: In Sachen Energielevel, Gesundheit und Sexualität sehe ich die Vegetarier und Veganer vorne. Wer nicht so viel Verdauen muss und sein Fleisch (bzw. tierische Produkte) mit Gemüse und Früchten ersetzt tut seiner Gesundheit einen großen Gefallen. Und Gesundheit ist ja nicht nur einfach ein Wort. Unser körperliches Befinden wirkt sich auch direkt auf unsere Laune aus, und hat damit auch für die Lebensqualität Implikationen. Alltagstauglichkeit und Abwechslungsreichtum dagegen ist in meinen Augen nicht die Stärke der veganen und vegetarischen Ernährungsform. Endpunktestand meiner (etwas subjektiven, aber doch nicht aus der Luft gegriffenen) Bewertung:

Vegan: 33; Vegetarisch: 32; Fleischkonsum: 26.

Ich selbst glaube, eine bewusstere Ernährung sollte sich jeder zum Ziel setzen. Ob es gleich der radikale Bruch mit der tierische Ernährung sein muss, muss jeder für sich selbst entscheiden. Denn es ist nicht nur wichtig, damit anzufangen, sondern seine Ernährungsweise auch so zu leben, dass sie langfristig aufrecht erhalten werden kann, weil sie einem Spaß macht und befriedigend ist. Ich mag Fleisch, aber ich werde auch schnell Müde dadurch, ich würde also eher aus pragmatischen als aus moralischen Gründen vegetarisch leben. Die letzten Tage habe ich auf Fleisch verzichtet, und es hat mir sehr gut getan. Den Rest wird die Zeit zeigen. Vegan kommt erstmal nicht in die Tüte, dafür sind mir die Erfolg im Sport zu wichtig. Dafür sehe ich eine vegetarische Ernährung als sehr geeignet an. Klickt hier, wenn ihr Lust habt, nicht nur eure Ernährung, sondern auch eure Fitness zu transformieren.

 

Quellen:

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/fleisch-diabetes-herzkreislauferkrankungen-ia.html

http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/gefaessverkalkung-durch-fleisch-akute-steak-belastung-12165501.html

… und viele weitere Artikel und Studien, die sich in meinem Gedächtnis niedergelassen haben, aber deren Ursprung ich nicht mehr kenne.

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