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Online Marketing / SEO Einführung mit Checkliste

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Online-Marketing / SEO Einführung mit Checkliste

SEO Einführung
SEO-Prioritäten: 90% der Suchanfragen entfallen in Deutschland auf Google

Überblick Online-Marketing

Durch die Beliebtheit von Google und Co. rücken die klassischen Marketing Methoden immer mehr in den Hintergrund. Über eines sind wir uns alle einig: Online-Marketing ist die Zukunft. Deshalb soll dieser Guide eine kurze Online-Marketing Einführung, inbesondere eine SEO Einführung bieten.

Digitales Marketing, wie man es auch nennt, umfasst vor allem zwei Bereiche: Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO (Search Engine Optimization) und Internetwerbung. Dieser wiederum gliedert sich im Suchmaschinenwerbung, kurz SEA (Search Engine Advertisement), Social Media Advertisement (allem voran Facebook) und Bannerwerbung. Suchmaschinenoptimierung verbessert die Ranking-Position einer Seite in der Google Suche, in den sogenannten organischen Ergebnissen. Das sind die unbezahlten, „natürlichen“ Ergebnisse, die auf der Google Ergebnisseite erscheinen.

Dabei setzt die Suchmaschinenoptimierung (SEO) vor allem an zwei Punkten an. Der sogenannten Onpage-Optimierung, also alles was im Front-End beim User passiert. Und der sogenannten Offpage-Optimierung, also was hauptsächlich im Hintergrund, nicht auf der Website „selbst“, passiert. Onpage-Optimierung umfasst vor allem Content, also Inhalt, und Usability-Optimierung. Offpage-Optimierung wird hauptsächlich über Linkbuilding gestaltet, da Verlinkungen ein wichtiger Ranking Faktor für Google sind. Die Funktion von Links ist hier in etwa vergleichbar mit sozialen Kontakten in der echten Welt. Ich lege hier einmal die Annahme zugrunde dass wir einen Online-Shop optimieren wollen und konzentriere mich in diesem Guide auf die SEO Seite des Online-Marketings. Viel Spaß beim Lesen!

SEO Onpage-Optimierung

Wie bereits kurz angeschnitten, findet die Onpage-Optimierung hauptsächlich über Content statt. Als Rankingfaktor wird hierbei hauptsächlich das erscheinen sogenannter Keywords gesehen, die das Gegenstück, das Angebot sozusagen sind,  zu den Suchanfragen der Nutzer. Bezüglich Content und Keywords sind folgende Faktoren relevant für Google:

  • Keyworddichte (1-2% gelten als optimal)
  • sogenannte LSI Keywords (latent semantic indexing keywords). Sie stellen den Kontext für das vorhandene Wort, was umso wichtiger ist, wenn es sich um ein ambivalentes Keyword wie Schloss handelt.
  • Das Vorkommen des Keywords an unterschiedlichen Stellen: Im Titel der Seite. In den Überschriften, den h1, h2, h3, etc. Im Text, insbesondere am Anfang und am Ende.
  • Die Keywords und Contextkeywords sollten eine gewisse Häufigkeit aufweisen, ohne künstlich übertrieben zu wirken.
  • Es bietet sich außerdem an, das Keyword in unterschiedlichen Ausführungen zu nennen. Diese wären bspw. fett gedruckt, kursiv, unterstrichen und in Anführungszeichen.
  • Der Content sollte originell sein, einzigartig, sprich nicht doppelt erscheinen. Seiten mit gedoppelten Content werden abgewertet. Falls sich ähnliche Seiten aufgrund von Strukturen nicht verhindern lassen, kann man sogenannte canonical tags verwenden um zu definieren, welche der gleichen Seiten indexiert werden soll.
  • Genauso abgewertet wird im Normalfall die Verwendung von „syndicated content,“ zumindest im Vergleich zu Originaltexten. Syndicated Content sind beispielsweise vom Hersteller verwendete und bereitgestellte Texte, oder Presseveröffentlichungen die vermehrt erscheinen.
  • Der Anspruch des Textes an den Leser sollte weder zu kompliziert, noch zu einfach sein. Stichwort Readability.
  • Auch die Länge des Textes ist ein entscheidender Faktor. Bei ähnlicher Qualität ranken Seiten mit längeren Texten höher. Es wird von einer Mindestlänge von 300 Worten ausgegangen wobei das Optimum im Bereich zwischen 1000 und 2000 Wörtern liegt.
  • Inhalt mit Bulletpoints (siehe hier :D) gilt als strukturiert und übersichtlich, was ein Qualitätsmerkmal ist.
  • Ein klar definierter (und verifizierter) Autor gilt als Qualitätsmerkmal und beeinflusst das Ranking. Dies spiegelt sich auch in dem Umstand wider, dass eine „Contact Us“ Seite und eine „Terms of Service“ Seite als nutzerfreundlich und damit positiv gelten.
  • Praktische, anwendbare Inhalte haben eine höhere Chance viral zu werden, was zwar kein direkter Rankingfaktor ist, hunderte von Verlinkungen sind es jedoch sehr wohl.
  • Ebenso empfiehlt es sich, den Content mit medialen Inhalten anzureichern. Bilder und Videos lassen sich von Google leicht erkennen und gelten als Aufwertung. Multimedialer Content wird gut bewertet, das ist kaum umstritten. Infografiken erlauben es, dass komplizierte Sachverhalten visuell aufbereitet werden und damit ein einfacheres Verständnis.
  • In Bildern kann das Keyword zusätzlich im alt-tag des Bildes angebracht werden (dieses wird angezeigt wenn das Bild nicht dargestellt werden kann). Hier sollte das Keyword auch im Dateinamen und der Beschreibung auftauchen. Bilder sollten immer komprimiert sein um die Geschwindigkeit der Seite nicht zu bremsen.
  • Ein wdf*idf Tool erlaubt das Durchstöbern von Seiten von Wettbewerbern und listet die häufigsten anderen Wörter im Kontext des gesuchten Keywords. Dieses Tool ist also vor allem zur Recherche geeignet. Weitere Tools sind der Google Keyword Planer (zu finden in Adwords), XOVI, Google selbst sowie weitere Online Tools.
  • Blogs sind ein gutes Medium um Content zu verbreiten und mit der eigenen Seite zu assoziieren.
  • Für Content SEO gibt es speziell für WordPress sehr gute Plugins wie z.B. Yoast SEO, das ich auch nutze. Wie ihr das installiert und nutzt, das erfahrt ihr in diesem Guide.

 

SEO Site-Usability

Der zweite große Faktor neben Content ist Site-Usability. Seitdem Google‘s Rankbrain Ende 2015 Nutzerverhalten als zentralen Faktor miteinbezieht, sollte die Seite möglichst nutzerfreundlich gestaltet sein. Eine gute Usability stellt auch grundsätzlich ein wichtiges Thema im Online-Marketing dar. Denn eine gute Nutzerfreundlichkeit führt tendentiell zu mehr Konversionen. Hier sind einige wichtige Faktoren für Site-Usability:

  • Im Header: Die Suchfunktion sollte vorhanden sein, ausreichend groß und deutlich sichtbar, einladend zum Stöbern.
  • Eine klare und übersichtliche Navigation sollte angebracht sein, die einen Überblick über wichtige Produktkategorien (z.b. bei einem Onlineshop) ermöglicht.
  • Die Navigationswege zu Endprodukten sollten nicht sehr weit sein, am besten 2-3 Klicks zum Produkt.
  • Der Checkoutprozess sollte einfach und übersichtlich gestaltet sein.
  • Das Firmenlogo sollte gut sichtbar sein, um die Markenbekanntheit zu steigern, v.a. bei neuen Leads (Kontakten).
  • Eine Newsletteranmeldung und/oder ein Kontaktformular sollten einfach zu erreichen sein, um den Kontakt herzustellen und den Kunden im Zweifelsfall zu beraten.
  • Der Registrierungs- und Anmeldungsprozess sollte einfach und übersichtlich gestaltet sein um Nutzer zu binden.
  • Die Landingpage sollte sehr ansprechend und nutzerfreundlich sein, um eine hohe Absprungrate („Bounce Rate“) zu verhindern. Eine solche ist für Google ein Zeichen, dass der Nutzer hier nicht findet was er will und führt zu einer Abwertung im Zusammenhang mit der jeweiligen Suchanfrage. Eine Bounce Rate unter 76% ist ein guter Orientierungswert.
  • Die Produktseite sollte ansprechend und übersichtlich gestaltet sein. Eine klare Kaufaufforderung (call to action) sollte vorhanden sein. Der „Kaufen“ Button muss deutlich sichtbar, und somit einfach zu finden sein. Preis und Lieferbarkeit sollten deutlich sichtbar sein und farblich positiv (grün, aber nicht irreführend) sein.
  • Symbole die Vertrauen herstellen, wie Zertifikate (z.B. Trusted Shops) sollten deutlich sichtbar sein und nicht in einer Ecke der Seite verschwinden.
  • Bilder sollten hochauflösend und qualitativ hochwertig sein. Hier jedoch auf Komprimierung achten. Daten wird Kontrast und Auflösung lassen sich ohne Probleme auslesen.
  • Ansprechende Texte und eine gute Seitenstruktur sorgen dafür dass der User lange auf der Seite bleibt. Das wiederum ist für Google ein Zeichen, dass der User findet was er sucht und wirkt sich positiv auf das Ranking aus. Eine hohe Klickrate auf das organische Ergebnis (CTR – Click Through Rate) wirkt sich positiv auf das Ranking aus.
  • Klassische Ausstiegsseiten von Nutzern sollten immer im Auge behalten werden, um ggf. optimiert zu werden.

SEO Analysetools – Analyse mit Google Analytics

Mit dem letzten Punkt wären wir jetzt beim nächsten Thema angelangt. Wie erfahre ich wichtige Kennzahlen wie die Bounce Rate, Onpage Time oder Ausstiegsseiten. Hierzu kann man Google Analytics einsetzen. Dies setzt voraus, dass man auf seiner Seite Google Analytics Code einsetzt, womit Google wahrscheinlich auch Daten sammelt, was aber für uns unvermeidlich ist. Das sind die wichtigsten Pfade zu Kennzahlen in Google Analytics:

  • Echtzeit / Übersicht => Momentane Besucherzahl, Standorte, Quellen.
  • Zielgruppe / Übersicht => Wichtigste Daten wie Seiten / Sitzung, Bounce Rate, Einzelne Besucher / Unique Visitors sowie durchschn. Sitzungsdauer
  • Zielgruppe => Hier lassen sich alle Infos über Besucher wie Standort, Geräte, Interessen, Browser und demografische Merkmale feststellen.
  • Akquisition / Alle Zugriffe / Quelle / Medium => Hier werden die jeweiligen Quellen (Google, Facebook, direct) und Medien (organic, cpc, referral oder none) gerankt, eignet sich zur Trafficanalyse.
  • Verhalten / Verhaltensfluss => Visualisierung des Verhaltensflusses mit jeweiligen Ausstiegen in Rot.
  • Verhalten / Websitecontent / Ausstiegsseiten => Erlaubt durchsicht der Seiten mit den meisten Ausstiegen zur Kontrolle von probl. Seiten
  • Conversions / E-Commerce / Produktleistung => Hier sieht man die erfolgreichsten Produkte nach Ordnen über Umsatz.

Diese 7 Kennzahlen sind wirklich Gold wert. Behalte diese Werte also im Auge. Interessant sind außerdem die Werte ROAS und ROI, ROAS bedeutete Return on Advertisement Spend und steht für den Umsatz der mit den Werbeausgaben generiert wurde. ROI steht für Return on Investment und gibt das Verhältnis zwischen investiertem Geld und sich daraus ergebendem Gewinn an.

SEO Offpage Optimierung mit Linkbuilding Maßnahmen

Links stellen nach wie vor eine der zentralen Merkmale für Google‘s Rankingalgorithmus dar. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen internen und externen Links. Interne Links sind Verlinkungen innerhalb einer Domain. Eine Domain ist eine Webadresse. Verlinkt Produktseite A einer Website auf die Landingpage ist das ein interner Link. Interne Links sind ein wichtiger Rankingfaktor und sollte in Vielzahl auftreten, jedoch nicht übertrieben künstlich erhöht. Zeigen viele interne Links auf eine Seite, so ist dies ein Zeichen für Google, dass es sich hier um eine wichtige Seite innerhalb der Domain handelt. Die zweite Sorte Links sind sogenannte externe Links. Hierbei unterscheidet man zwischen outbound Links (obl‘s) und backlinks. Outbound links gehe aus auf eine andere Website, während Backlinks von einer anderen Website auf die eigene Seite zurückgehen. Qualitativ hochwertige Backlinks sind der Traum jedes SEO‘s, da sie ein guter Rankingindikator für Google sind. Die Anzahl ist relevant, aber Qualität schlägt Quantität. Verlinkt der Branchenprimus auf einen kleinen Elektronikhandel, dann ist dieser Link extra wertvoll, da hier sowohl Kontext als auch Größe der linkende Seite eine Rolle spielen. Outbound Links wiederum geben Google einen Kontext in den die eigene Seite eingeordnet werden kann. Hier ist Vorsicht geboten, da Links zu „Bad Neighborhoods“, wie angebliche Apothekenläden mit fadenscheinigen Potenzversprechen als schlechter Kontext gelten. Als negativ gelten außerdem Linkschemas, Linktausch, Linkkauf, und viele andere sogenannte „bad practices“. Einfache Wege Links zu gewinnen sind: Aktivität in sozialen Netzwerken. Hier helfen sowohl die eigens geposteten Beiträge, sowie die Likes und Shares anderer und außerdem die Fremdverlinkungen von anderen. Zu erwähnen wäre hier noch eine recht vielversprechende Technik Links zu generieren: Broken Linkbuilding. Broken Linkbuilding funktioniert folgendermaßen. Man findet eine Seite mit kaputten Links. Man kontaktiert deren Admin. Man bietet den eigenen Link als Ersatz an – win/win. Klassisches Linkbuilding auf der anderen Seite basiert darauf, dass man bei Influencern (Leuten mit Einfluss, wie z.B. Bloggern) anfragt, ob sie auf die Seite verlinken. Selbstverständlich brauchen diese einen guten Grund, also bist du entweder verdammt sympathisch oder hast einfach herausragenden Content. Über Guestposting lassen sich auch Links etablieren. Das bedeutet man postet in einem anderen Blog und „gönnt“ sich dabei einen Link. Darüber hinaus gibt es noch weitere Taktiken Links zu bekommen. Unter den verschiedenen SEO Feldern erfordert Linkbuilding am meisten geschickt, da dies ohne Kontakte und etwas Geschick nicht zu bewältigen ist.

Technisches SEO

Beim technischen SEO handelt es sich vor allem um Grundvoraussetzungen technischer Natur und Gegebenheiten im Back-End, die vorhanden sein müssen, um ein hohes Ranking in der organischen Suche zu erreichen. Hierbei geht es um:

  • eine schnelle Serverantwortzeit. Sollte diese zu hoch sein, denk über eine andere Hosting-Möglichkeit nach.
  • SSL-Verschlüsselung. Das s in https macht den Unterschied, denn Google belohnt, so die gängige Expertenmeinung, eine sichere Verbindung mit einem kleinen Ranking Boost. SSL dient deshalb mehr als nur der Sicherheit.
  • Responsive Design: Dieses Schlagwort bezeichnet die Anpassung an die jeweilige Displaygröße, was vor allem auf Mobilgeräten zu wesentlich besserer Darstellung beiträgt. Gerade in der Mobilsuche werden diese Designs im Ranking bevorzugt, da sie ein positives Nutzererlebnis ermöglichen.
  • Reduzierung des Codes: Unnötige Code-Fragmente entfernen.
  • Komprimierung von Bildern ermöglicht eine schnelle Ladezeit der Seite.
  • Weitere informationen zum technischen SEO findet ihr hier.

Wrap-up SEO

SEO ist also eine vielversprechende Methode, um das organische Ranking einer Website zu verbessern. SEO teilt sich vor allem in die Bereiche Contentoptimierung, Usability-Optimierung, Linkbuilding und technisches SEO. Keiner der Bereiche sollte vernachlässigt werden, jedoch gilt generell zu beachten, dass technisches SEO die Voraussetzungen liefert, während guter Content und Linkbuilding den Löwenanteil am Ranking ausmachen. Usability ist neben einem potentiell besseren Ranking durch positives Nutzerverhalten (seit Google RankBrain Ende ’15) eine gute Maßnahme um gleichzeitig CRO (Conversion Rate Optimierung) zu betreiben. Das ist letztendlich das Ziel eines jeden Shops. Falls du unternehmerisch eingestellt bist, interessiert dich vielleicht mein Beitrag zum Thema Unternehmensgründung. Die Themen SEO und Unternehmen findet ihr außerdem ausführlich diskutiert im Unternehmerkanal.

SEO ist auf keinen Fall eine exakte Wissenschaft, da Google nicht alle Rankingfaktoren preisgibt. Man kann sich auf Aussagen von Google-Offiziellen stützen und auf Expertenmeinungen. Letztendlich gilt es aber, jederzeit auf einem aktuellen Stand zu sein was Google Updates angeht, beispielsweise durch den Google Webmaster Blog. Im besten Fall erarbeitet man sich die nötige Erfahrung im SEO Bereich, um das aktuelle Wissen dann mit viel Erfahrung zu einer unschlagbaren SEO-Intuition zu verbinden.

Ich hoffe dieser Guide hat dir geholfen und wünsche fröhliches optimieren! =)

The Hobbyist

 

 

6 Gedanken zu „Online Marketing / SEO Einführung mit Checkliste

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